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Sie gehört zu den großen romanischen Kirchen Frankreichs. Aus den drei Bauphasen sind die Vorhalle mit den Doppeltürmen und die dreischiffige Basilika mit Querhaus, Chorumgang und Kapellenkranz erhalten. Das in der dritten Bauphase geplante Langhaus mit 5 oder 6 Jochen wurde nicht vollendet und mit den heutigen 3 Jochen an die bestehende Vorhalle angeschlossen. Beeindruckend ist die Ostansicht mit dem ausladenden Querhaus und der vielfältigen Höhenstaffelung. Aufgrund der engen Verbindung zum Benediktinerkloster Cluny weist die Kirche große Ähnlichkeit zu der nur noch in Teilen erhaltenen Basilika Cluny III auf.
Gut zwei Kilometer nördlich von Molsheim, in Avolsheim, liegt abseits der Durchgangsstraße und hinter der neuromanischen Kirche St. Materne ein kleiner Zentralbau mit achtseitigem Turm und vier rechteckigen Apsidiolen, die Kapelle Sankt Ulrich, auch „Baptisterium“ genannt. Erbaut wurde sie um das Jahr 1000. 1967 entdeckte man die im Elsass einmaligen Wandmalereien in den Farben grün, rot und ocker aus dem 12. Jahrhundert.
Etwa 30 km östlich von Orleans liegt das Kloster Saint-Benoît-sur-Loire inmitten des gleichnamigen Ortes. Die Kirche hat sich in ihrer romanischen Architektur über die Jahrhunderte nahezu unverändert erhalten. Der Westturm erhebt sich über einer offenen Pfeilerhalle mit reichem Figurenschmuck an den Kapitellen. Chor und Apsis umgibt eine schöne Säulenreihe, um die ein Umgang herumführt. Ein Triforium aus Blendarkaden zieht sich bis um die Apsis herum. Das frühgotische Nordportal mit seinem reich skulptierten Tympanon darf bei einem Besuch nicht übersehen werden.
Als Sitz der Gallier, Römer, Merowinger, der Grafen von Poitou-Aquitanien und nun als Hauptstadt des Departements Vienne blickt Poitiers auf eine Geschickte von mehr als 2000 Jahren zurück. Unter den erhaltenen romanischen Kirchen der Stadt nimmt Notre-Dame-la-Grande durch die bildhauerische Gestaltung ihrer Westfassade eine herausragende Stellung ein. Lange lässt es sich davor verweilen, um – am besten mit dem Fernglas – die Ornamente, Figuren des Messias, der Apostel und Bischöfe, der Szenen aus der Bibel und einer apokryphen Schrift und die vielen symbolischen Darstellungen von Fabeltieren, Chimären, Monster und Menschenköpfen zu erfassen und den Sinn im Einzelnen und im Ganzen vielleicht auch zu verstehen.
Mit der Errichtung der Benediktiner-Kirche in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde ein Vorgängerbau im Stil der Grabeskirche in Jerusalem ersetzt. In den Jahren 1615 bis 1765 war sie den Jesuiten anvertraut, die sie nach ihren Bedürfnissen und dem damaligen Zeitgeschmack erheblich veränderten. Erst Ende des 19. Jahrhunderts hat man sie wieder weitgehend in ihren ursprünglichen, romanischen Zustand zurückversetzt, wobei die Turmspitzen denen von St. Léger in Guebwiller sehr ähnlich wurden. Bei dieser Restaurierung hat man auch die Krypta des Vorgängerbaus (um 1087) wieder entdeckt und frei gelegt. Das heutige Erscheinungsbild der Kirche ist mit dem anderer großartiger romanischer Kirchenbauten durchaus vergleichbar.
Dieser einzigartige Kirchenbau an der Loire zwischen Sully und Orleans steht an der Schwelle von antiker (byzantinischer) zu romanischer Stilepoche. Der um 806 als Oratorium erbaute karolingische Zentralbau erhielt im 11. Jahrhundert nach Westen ein Langhaus, das im 15. Jahrhundert weiter verlängert wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche grundlegend restauriert und präsentiert sich seitdem wieder weitgehend in ihrem alten Zustand. Erbauer des karolingischen Oratoriums war Theodulf, ein vielseitig Gelehrter, Schriftsteller, Bischof von Orleans, Abt mehrerer Klöster und Berater Karls des Großen.
Die Friedhofskapelle am östlichen Ortsrand des Dorfes Epfig erweist sich bei näherem Hinsehen als ein Kleinod aus dem frühen 11. Jahrhundert. Der tonnengewölbte kreuzförmige Bau mit Vierungsturm, im Westen und Süden vorgelagerten Säulengalerien und freigelegten Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert soll nach mündlicher Überlieferung einmal zu einem kleinen Nonnenkloster gehört haben.
„La vieille église“ wird sie im Dorf genannt, diese bemerkenswerten Kirche mit karolingischen, romanischen und gotischen Gebäudeteilen. Man begegnet ihr an der nördlichen Ausfallstraße. Würfelfriese, Konsolenfriese, Menschenköpfe und andere Ornamente schmücken die Außenwände. Reste von Fresken sind im Chor, in der Apsis und im südlichen Querschiff zu sehen. Zwei gut erhaltene merowingische Pfeiler, die früher ein Vordach am Südportal trugen, stehen jetzt im Innern. Im 19. Jahrhundert profaniert, zeigt die Kirche außen wie innen die Spuren langjähriger Erosion.
Noch heute wird die Wallfahrtskirche von Pilgern aufgesucht, um die Reliquien der Maria Magdalena, der Schwester der Martha und des Lazarus, zu verehren. Von der ersten, karolingischen Kirche ist noch die Krypta erhalten. Aus romanischer Zeit stammt das dreischiffige, gewölbte Langhaus mit den drei Portalen und ihren eindrucksvoll skulptierten Tympana sowie die geräumige, dreischiffige Vorhalle mit den entsprechenden drei Eingangsportalen. Die Kapitelle der Säulen im Innern zeigen Szenen aus der Bibel und aus Heiligenlegenden in beschaulichen aber auch eher drastischen Darstellungen.
Ein Schmuckstück romanischer Baukunst begegnet einem in Rosheim mit der Kirche St. Peter und Paul. Ihre reine Architektur des 12. Jahrhunderts hat die Zeiten überdauert. Die kreuzförmige dreischiffige Basilika mit mächtigem, achteckigem Vierungsturm besticht auch durch die sorgfältig behauenen Quader aus gelbem Sandstein unterschiedlicher Schattierungen. Zahlreiche, auch skurrile Menschen- und Tierfiguren zieren das Äußere und den Innenraum.